Die Maier Unternehmensgruppe ist der größte familiengeführte Arbeitgeber im Bereich der Gebäudereinigung in Vorarlberg. Daher reiht sich die Gruppe unter die Top 100 Unternehmen in Vorarlberg ein.

Wie erreicht man Ihrer Meinung nach dieses Ziel zu den Top 100 Unternehmen zu gehören am Besten? Welche Schritte sind dazu notwendig?

Hans Majer: Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Quantität nicht das primäre Ziel ist. Wir wollten immer über die Qualität zu unserer jetzigen Größe gelangen. Durch qualitativ hochwertige Dienstleistung sind wir dabei organisch gewachsen, sowie über Zukäufe kleinerer Unternehmen. Wir überzeugen unsere Kunden durch das vielschichtige Angebot, das wir bereithalten. Diverse Zusatznutzen, die wir den Kunden zur Verfügung stellen können haben uns auch zu dieser Größe verholfen. Partnerschafts- und Dienstleistungspakete ließen uns zusätzlich weiter expandieren.

Welche Rolle spielt der Umwelt- und Klimaschutz in Ihrem Unternehmen?

Hans Majer: Der Umwelt- und Klimaschutz spielt eine sehr große Rolle in unserem Unternehmen. Das spiegelt sich in der Erreichung der Klimaneutralität 2014 wider. Wir haben unsere Produkte- und Reinigungsmittel dem EU Ecolabel verpflichtet. Alle mit diesem anerkannten EU-Umweltzeichen versehenen Produkte garantieren den Einsatz umweltfreundlicherer Stoffe. Wir versuchen überdies, wo wir ohne Chemie auskommen, mit speziellen Verfahren zu reinigen. So kommt beispielsweise das Verfahren der Umkehrosmose zum Einsatz. Wir sind auch Partner der Klimaallianz im Senat der Wirtschaft. Wir investieren in die Aufforstung des Urwalds in Brasilien. Das dokumentiert sehr gut unsere Verantwortung im Bereich der Umwelt und der Reduzierung der CO2 Werte.
Wir fördern auch die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Damit unsere Mitarbeiter die öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen, übernehmen wir die Kosten dafür. So ist der Anreiz, den PKW stehen zu lassen, viel höher und der Umwelt mehr gedient.

Jedes Unternehmen trägt auch eine soziale Verantwortung. Wie zeichnet sich Ihr Unternehmen dabei aus?

Hans Majer: Wir arbeiten sehr eng mit den Instituten Integra, Dafuer, FAB und NEBA zusammen. Wir haben von Integra, einer Initiative zur arbeitsmarktpolitischen Integration, einen lernschwachen Lehrling übernommen. Wir bilden ihn derzeit zum Reinigungstechniker aus. Von Dafuer, einer sozialen Einrichtung für Menschen mit Behinderung, haben wir ein junges Mädchen, die schwerstbeeinträchtigt ist, im Büro angestellt. Sie verrichtet hier sinnvolle Arbeiten und beide Seiten profitieren davon. Von FAB, dem Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung, haben wir einem 23-jährigen Familienvater, der ursprünglich seine Lehre abgebrochen hatte, die Möglichkeit geboten bei uns die Lehre zum Reinigungstechniker zu Ende zu machen. Der absolvierte diese bereits mit ausgezeichnetem Erfolg. Letztlich geben wir in Zusammenarbeit mit NEBA, dem Netzwerk berufliche Assistenz und Einrichtung des Bundesministeriums für Soziales, jungen Menschen die Möglichkeit, den Beruf des Reinigungstechnikers kennenzulernen. Bei sogenannten Schnuppertagen bekommen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren die Chance den angestrebten Beruf vorab in der Praxis zu testen.

Welche Vorteile hält ein familiengeführtes Unternehmen wie die Majer Unternehmensgruppe für Ihre Kunden bereit?

Hans Majer: In erster Linie die unmittelbare Verantwortung beim Qualitäts- und Sozialmanagement durch die Familienmitglieder. Der große Vorteil ist, dass die direkten Entscheidungsträger auch direkt mit dem Kunden Kontakt pflegen. So ist der Chef immer auch direkter Ansprechpartner für den Kunden. Die Auswirkungen bei Reklamationen geht 1:1 an den Entscheidungsträger und dadurch besteht für den Kunden die Gewissheit, dass er ernst genommen wird und die Angelegenheit bestens und schnellstens erledigt wird. Im Gegensatz zu einem Konzern, dessen Leitung irgendwo in Europa sitzt. Das sind die Wertigkeiten ganz anders gelagert.
Zudem ist die Nachfolgeregelung im Familienverbund entsprechend gesichert und die Werte, die ein Familienunternehmen besitzt, schlagen direkt zum Kunden durch.

Einer der Schlüssel zu Ihrem Erfolg liegt im Bereich der Innovation. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Hans Majer: Unter Innovation verstehen wir zunächst mal die Entscheidung, nur mehr Ecolabel-Produkte zu verwenden. Gleichzeitig suchen wir immer auch alternative Wege, um möglichst umweltschonend zu arbeiten. Bei der Matratzenreinigung investierten wir in ein spezielles Gerät. Damit ist eine Trockenreinigung möglich und die Matratze kann unmittelbar danach wieder verwendet werden. Sie ist außerdem bakterienfrei – selbst Milben haben damit keine Überlebenschance. Durch den Einsatz des Osmoseverfahrens, wird die Reinigung von Photovoltaikanlagen ohne Einsatz von Chemikalien möglich. Die Jalousienreinigung wiederum lässt sich hervorragend mit einem Bürstenautomaten erledigen. So können die Textilbänder schonend mitgereinigt werden und die Ober- und Unterflächen mit dem bereits erwähnten Osmoseverfahren bearbeitet werden.
Innovation bedeutet auch andere Wege zu gehen. Wir bieten neuerdings einen weiteren Zusatznutzen durch das sogenannte Raumprojekt. Das ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Handwerkern, bei dem wir einer der Partner sind. Dieses Raumprojekt versteht sich als Komplettangebot bei Umzug und Renovierungen. Es vereint verschiedenen Professionisten wie einen Möbellieferanten, Maler, Tischler, Beleuchter, Beschatter, Bodenleger, Florist und uns als Reinigungsunternehmer.

Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind hoch motiviert. Welchen Mehrwert bieten Sie diesen?

Hans Majer: Zum einen der wertschätzende, respektvolle Umgang. Die Möglichkeit für jeden Mitarbeiter zur Aus- und Weiterbildung, vornehmlich die zum Reinigungstechniker. Auch weiterführende Ausbildungen, die letztendlich zum Bundessieger im Lehrlingswettbewerb führen, können bei uns während der Lehrzeit erfolgen. Wir motivieren unsere Arbeitskräfte zur Teilnahme an Wettbewerben und unterstützen sie dabei umfassend. So ist es uns gelungen einen Staats- und Vizeeuropameister hervorzubringen. Weiters liegt uns die Schulung unserer Führungskräfte, sowohl in der Fachkompetenz als auch in der Sozialkompetenz, sehr am Herzen. Dazu gibt es immer wieder Trainings und Seminare, um unseren Mitarbeitern die neuesten Erkenntnisse zum Thema Teamverhalten und Kundenbetreuung näher zu bringen. Unsere Führungskräfte bekommen auch das geeignete Rüstzeug, um adäquat und professionell mit unseren Mitarbeiterinnen umzugehen.

Das Qualitätsmanagement spielt bei Majer eine große Rolle. Bitte erklären Sie uns was genau dies für Ihre Kunden bedeutet?

Hans Majer: Wir verfügen über ein elektronisches Qualitätssicherungssystem. Dieses dokumentiert nachvollziehbar die Reinigungsqualität des zu evaluierenden Objekts. Das Gerät ist mit einer Software bestückt und beinhaltet die Reinigungspläne. Diese können jederzeit abgerufen werden. Unsere Beauftragte kann daher mittels dieser Pläne die Qualität der durchgeführten Reinigung überprüfen und mit einem Notensystem von 2-4 bewerten. Das wird aufgezeichnet und dem Kunden zur Verfügung gestellt. Somit kennt der Kunde den Ist-Zustand seines Objekts. Bei Mängeln können entsprechende Nachprüfungstermine festgelegt werden. Diese Dokumentation kann der Kunde zudem als Unterlage für eigene Audits verwenden.
Wir haben seit 2015 eine eigene Qualitätsbeauftragte eingestellt. Diese erhebt zusätzlich Daten zur Werterhaltung und prüft ob diesbezüglich mögliche Maßnahmen gesetzt werden sollten. Sie beginnt also dort, wo die Unterhaltsreinigung ihre Grenzen erreicht hat. Um den Wert der Gebäudeoberflächen zu erhalten, ist sie die Fachfrau, die gegebenenfalls eine zusätzliche Pflege empfiehlt. Sie überprüft auch die Reinigungstechnik, die angewendet wird und stellt fest, ob die Reinigungsmittel und Geräte den Anforderungen entsprechen.

Wie wird man zu so einem erfolgreicher Unternehmer? Könnten Sie uns ein paar Tipps geben?

Hans Majer: In erster Linie durch die Vehemenz in der Umsetzung relevanter Werte. Wir stellen die Qualität in den Vordergrund. Wir haben doppelt so viel Betreuungspersonal, wie vergleichbare Unternehmen. Die Qualität erreicht man nur über Schulungen, Kontrolle und gute Führung. Durch die wertschätzende Führung wird eine höhere Arbeitsqualität erzielt, die wiederum einen entsprechenden Preis rechtfertigt. Im Gegensatz zu Konzernbetrieben, die nur über die Kostenschiene gehen und durch unzureichende Betreuung billige Preise anbieten. Da gehen wir einen komplett anderen Weg. Dabei hilft uns die Tatsache, daß in Vorarlberg sehr viele Betriebe sind, die wie wir als Klein- und Mittelbetriebe geführt werden.
Die Gründerväter solcher Unternehmen wollen die Substanz weitererhalten und an ihre Nachfolger weitergeben. Sauberkeit hat dabei einen hohen Stellenwert und verpflichtet uns ausgezeichnete Qualität anzubieten. Diese Herausforderung beflügelt uns. Das Ergebnis unserer Dienstleistung kann sich sehen lassen und das macht uns stolz und erfolgreich.

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Anmerkung: Hans Majer hat seine Funktion als Geschäftsführer mit Mai 2016 zurückgelegt.

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